Fünf unglaubliche Fakten, die Sie über Kerzen noch nicht wussten

Kerzen im Mittelalter

Kerzen sind der Menschheit schon seit Jahrtausenden bekannt. Form, Material und Herstellungsweise haben sich allerdings im Laufe der Zeit massiv gewandelt. Und mit diesem Wandel auch unser Umgang mit den verlässlichen Lichtspendern. Ohnehin sind Kerzen von vielen Legenden umgeben. Hier haben wir einige der spannendsten Fakten zusammengestellt.

In Europa verbrauchen die Dänen am meisten Kerzen

In Skandinavien sind Kerzen sehr beliebt und gehören bei vielen Festen einfach dazu. Besonders in Dänemark erfreuen sie sich großer Beliebtheit. Nicht nur zur Weihnachtszeit, sondern das ganze Jahr über. Pro Kopf und Jahr beträgt der Kerzenverbrauch von Deutschlands nördlichem Nachbarn sechs Kilogramm. Zum Vergleich: Der EU-Durchschnitt liegt bei 1,44 kg.

In absoluten Zahlen liegen die Deutschen allerdings vorn. 200.000 Tonnen Kerzen gehen hier Jahr für Jahr über den Tresen. Das ist etwa 1/3 der Gesamtmenge in der EU und damit Rekord.

Kerzen im Mittelalter waren nicht aus Bienenwachs

Zumindest nicht die Kerzen, die in den meisten Haushalten zu finden waren. Denn die wurden aus Rindertalg hergestellt. Stark rauchend und übelriechend waren diese Lichtspender nicht sonderlich beliebt. Da es aber kaum andere Möglichkeiten gab, für ein wenig Beleuchtung zu sorgen, mussten die Menschen notgedrungen auf diese Herstellungsmethode zurückgreifen.

Bienenwachskerzen gab es zwar ebenfalls. Die waren aber extrem selten und entsprechend teuer. Verwendung fanden sie nur zu besonderen Festtagen in der Kirche oder im Schloss eines Herrschers. Und auch hier wurden sie sparsam verwendet und nur genutzt, wenn es galt, Gäste zu beeindrucken.

Kerzen wurde gegessen

Während einiger Hungersnöte wussten sich die hungrigen Menschen nicht anders zu helfen und die Kerzen landeten auf dem Teller. Da sie aus Tierfett bestanden, lag der Gedanke nahe, zu dieser Notlösung zu greifen. Sonderlich schmackhaft war diese Nahrung allerdings nicht. Und zudem absolut unverdaulich.

Es gab und gibt Kerzen, die aus Fisch hergestellt werden

„Herstellen“ ist dabei eigentlich das falsche Wort. Der Eulachon verfügt über einen so hohen Fettgehalt (15%), dass er direkt als Kerze Verwendung findet. Das Tier wird gefangen, getrocknet und auf einen Docht gezogen. Mehr ist nicht nötig. Sein Name „Kerzenfisch“ ist demnach nicht seiner Form geschuldet, sondern seiner Verwendung.

Der Fisch ist an der Pazifikküste Nordamerikas heimisch. Schon die Ureinwohner fingen und nutzen ihn unter anderem als Speisefisch und zu Ölgewinnung. Heute findet er zudem Verwendung als Köder in der Sportfischerei sowie als Tierfutter. Einige Populationen gelten aber bereits als gefährdet.

Kerze in Wolkenkratzergröße

Auf der Weltausstellung 1897 in Stockholm sollten Rekorde fallen. Die Liljeholmen Kerzenmanufaktur lieferte. Mit 24.38 Metern schufen sie eine Kerze von solch enormen Ausmaßen, dass dieser Rekord auch mehr als hundert Jahre später nicht übertroffen worden ist.